FRANZ UND KLARA Eine der herausragendsten Eigenschaften Klaras` und Franziskus` war die Fähigkeit Gott, als den Urheber des Lebens, zu danken. Immer wieder bringen sie in Dankbarkeit und Freude Ausdruck über das Wunder, das Gott für ihr eigenes Leben bedeutet, das aber zugleich alles Leben - als Atem Gottes - durchflutet. Die ganze Schöpfung ist einbezogen in Gottes liebende Sorge und fragt darum um eine echte Wertstellung.
Kurz vor seinem Tod vollendet Franziskus seinen bekannten "Sonnengesang": Du höchster, allmächtiger, guter Herr, dein sind der Lobpreis, die Herrlichkeit und die Ehre und jegliche Benedeiung ... Lob sei dir, du Herre mein, mit allen deinen Geschöpfen, zumal der Schwester, der Sonne, denn sie ist schön und strahlend in grossem Glanz. Dein Sinnbild trägt sie, du Höchster. Lobet und preiset den Herren mein, und erweiset ihm Dank und dient ihm mit grosser Demut. Klara dankt in ihrem Testament für alles Empfangene in ihrem Leben: Für ihre Berufung, für ihre Schwestern, für Franziskus und für seine Lebensform, die er ihr und den Schwestern gab; für die Kirche, für alle Unterstützung, die sie von anderen erhielt. Sie dankt nicht nur für das Geschenk ihres Lebens, sondern auch für den physischen Tod, der sie für immer mit Gott vereint. Klaras`letzte Worte vor ihrem Tod wurden aufgezeichnet von einer der Schwestern. Sie sind uns ein Nachlass der Dankbarkeit und des Staunens. "Geh hin in Sicherheit, denn du hast ein gutes Geleit. Geh hin, denn der dich erschaffen hat, hat dich geheiligt. Er hat dich stets behütet wie eine Mutter ihr Kind und dich mit zärtlicher Liebe geliebt." "Herr, sei gepriesen, weil Du mich erschaffen hast!" In unserer heutigen Welt, die oft so zerrissen scheint in der Hoffnungslosigkeit des Alltags, können wir uns öffnen für die ursprüngliche Freude des Herzens, die Klara und Franziskus in vollem Mass besassen. Das Geheimnis ihres erfüllten Lebens mit Gott war ein dankbares Herz - etwas, was auch wir miteinander teilen können. In der Nachfolge von Franziskus und Klara leben wir in Einfachheit und im Einklang mit den alltäglichen Bedürfnissen. Dabei erfahren wir oft Gottes liebende Sorge für uns und erfreuen uns an den Wundern der Schöpfung. "Meine Seele preist die Grösse des Herrn Und mein Geist frohlockt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn Grosses hat an mir getan der Allmächtige. Und sein Name ist heilig. (Magnificat)
Zeitgenössische Dokumente über Franziskus und Klara geben uns einen Einblick über ihre Beziehung zur Schöpfung:
Franz: Wenn die Brüder im Wald Holz fällten gebot Franziskus ihnen, nicht den ganzen Baum zu fällen , damit wieder neue Triebe ausschlagen konnten. Er bat den Bruder Gärtner, die Seitenwege im Garten unbearbeitet zu lassen, damit zu den verschiedenen Jahreszeiten die Kräuter und Blumen ungestört wachsen können, zur Verherrlichung Gottes. - Sogar den kleinen Würmern schenkte er aufmerksame Liebe. Er hob sie auf und brachte sie in Sicherheit; sie hätten sonst zertreten werden können... Die Bienen sollten im Winter nicht verhungern. Er veranlasste, dass sie Honig und den feinsten Wein bekamen ... Die Brüder und andere Leute, die Franziskus begegneten, erlebten ihn immer in grosser Heiterkeit in seiner Beziehung zu den Tieren. Es schien ihnen, als ob er im Geiste nicht mehr auf Erden weilte, sondern schon im Himmel.
Klara: Wenn Schwestern ausserhalb des Klosters zu tun hatten, erinnerte Klara sie daran, dass sie Gott danken sollten für die Schönheit der Natur - für die Bäume, Sträucher und Blumen. Auch sollten sie zu jeder Zeit Gott die Ehre geben in allen Dingen - wenn sie Menschen begegneten und in der Schönheit der Natur.
Menschwerdung. Wesentlich werden eine Tür leise schliessen hinter vordergründigen Überzeugungen, Kontakten und Orten die eigene Mitte berühren, wandeln lassen ... den Menschen neu begegnen authentisch im Schweigen in der Liebe - Botin des Evangeliums - Leben in Fülle. |